Versuchen Sie, auch angesichts von Vorwürfen möglichst entspannt und liebevoll miteinander umzugehen:
Machen Sie sich - das gilt ganz besonders bei einem dementiell veränderten Angehörigen - bewusst, dass der Ärger und die Unzufriedenheit sich auf die Gesamtsituation beziehen und nicht auf Sie persönlich! Wenn wir unglücklich sind, neigen wir alle dazu, unseren Ärger "zu adressieren", also jemanden zu Unrecht als Person verantwortlich zu machen. Versuchen Sie deshalb, Vorwürfe nicht persönlich zu nehmen!
Akzeptieren, dass sich Sorgebeziehungen umdrehen:
Früher haben die Eltern für die Kinder gesorgt, dann jeder für sich und im Alter dreht es sich oft um: Die Kinder sorgen dann für die Eltern. Sorgen heißt auch manchmal Entscheidungen zu treffen, die nicht einfach sind und zunächst nicht auf Zustimmung oder Verständnis treffen. Die Rolle des Sorgenden ist nicht immer einfach und dankbar. Aber dass jemand sie übernimmt, ist oft einfach notwendig!
Es kann sinnvoll sein, wenn Sie Ihre geplanten Besuchstermine in einem Kalender markieren:
Zu einem dementiell veränderten Menschen zu sagen, "ich komme am Dienstag wieder", ist weniger einprägsam, wie in einem gut lesbaren Kalender den Dienstag rot einzukringeln.
Ehrliche und differenzierte Kommunikation statt Schönreden:
Der Umzug in ein Pflegezentrum ist aus der Sicht eines alten Menschen meistens keine Wunschlösung. Ihn schön zu reden, hilft wenig. Besser gemeinsam abwägen, was im Heim besser ist, aber auch was in der eigenen Wohnung besser war. Dabei abwägen, welche Argumente besonders wichtig und essentiell sind. Sich Zeit nehmen, um die Entscheidungen zu begründen.
Ausflüge planen, damit der alte Mensch merkt, dass er ist noch wichtig ist:
Wenn es möglich ist, holen Sie Ihre*n Angehörige*n auch mal zu sich nach Hause. Auch kleine Ausflüge oder ein Restaurantbesuch zum Geburtstag werden oft als Gewinn erlebt. Jede Einladung, das Haus auch mal zu verlassen, reduziert das Gefühl, "abgeschoben" worden zu sein.